Plattentipp: Sophie Hunger
Auf diese Platte hatte ich mit Spannung gewartet. Und dann lag sie im Briefkasten und ich traute mich erst gar nicht die CD einzulegen, aus Angst ich könnte enttäuscht werden. Ach Sophie, soweit hast Du mich gebracht. Denn Sophie Hungers 2009er Album “Monday’s Ghost” war für mich die Platte des Jahres. Wahrscheinlich habe ich einige Hörer von Radio Goethe damit genervt, aber solche Songs muss man einfach immer und immer wieder spielen. Von hinten bis vorne eine phänomenale CD. Nun also zieht Frau Hunger mit “1983″ nach. Beim ersten Anhören war ich enttäuscht. Beim zweiten mal….ja, da ist mehr. Beim dritten, vierten, fünften mal….die Platte wächst einem auf die Haut. Sie hat Tiefe, geht in die Breite, eröffnet eine endlose Klangwelt. “1983″ hat keinen Hitcharakter, keine leicht eingängigen “Hook lines”, sie springt einen nicht sofort an. Doch Sophie Hunger besticht erneut mit einem spielerischen Spaziergang durch Genres, Sprachen, Atmosphären. Sie will gar nicht einzuordnen sein. Die 1983 in Bern geborene Musikerin ist ein Ausnahmetalent, die mit ihren Songs fesselt. Ihr neues Album ist die konsequente Fortsetzung von “Monday’s Ghost” und präsentiert eine Sängerin und Songschreiberin, die ihren Weg geht. Und gerade das nimmt man ihr nach diesem Folgealbum mehr als ab. Unbedingt zugreifen, reinhören, geniessen… und setzen lassen.
